Warum Slawonien als reiseziel wählen?
Slawonien und Baranja, diese ostkroatische Tiefebene, wird von den Flüssen Drau, Donau, Sava und Ilova begrenzt. Auf den ersten Blick touristisch vielleicht weniger reizvoll als der adriatische Teil des Landes, ist das Gebiet jedoch eine Oase für Touristen, die das städtische Gewimmel wenigsten für kurze Zeit mit dem beruhigenden Grün und einem entspannten Aufenthalt in ursprünglicher Natur eintauschen möchten. Natürlich sind auch Slawonien und die Baranja reich an kulturellem und geschichtlichem Erbe, einzigartiger kontinentaler Architektur, Kirchen, Festungen, Schlössern, Bädern und Thermalwasser-Kurorten. In den vergangenen Jahren hat diese östliche kroatische Region, die in der Strategie ihrer Wirtschaftsentwicklung neben der Landwirtschaft dem Tourismus einen führenden Platz eingeräumt hat, außerordentlich viel in die Erneuerung bestehender und den Bau neuer, vor allem kleiner Familienhotels, Kur- und Freizeitsportkomplexen, in den Bau der Verkehrsinfrastruktur und den Umweltschutz investiert.
Naturerbe
Die attraktivste und weithin bekannte touristische Destination Slawoniens und der Baranja ist der Naturpark Kopaèki rit. Es handelt sich um ein großes Überschwemmungsgebiet am rechten Donauufer, in einem riesigen Dreieck, das von der Drau und der Donau gebildet wird. Hier leben mehr als 2.000 biologische Arten, darunter viele in Europa und der Welt seltene und bedrohte Arten - 291 Vogelarten und 44 Fischarten. Das Kopaèki rit wurde 1993 in die Liste der international bedeutenden Sümpfe aufgenommen. Das Öffentliche Unternehmen Naturpark Kopaèki rit veranstaltet fachliche Besucherführungen mit touristischen Spezialbooten durch das Ried.
Empfohlen wird auch, den Schlössern in Tikve¹, die innerhalb des Naturparks in einem hundertjährigen Eichenwald liegen, einen Besuch abzustatten. Sie waren beliebte Orte für Zusammenkünfte von Staatsmännern und berühmten Persönlichkeiten vergangener Zeiten, deren Geist noch heute in diesen Räumen herrscht. Nach den Kriegsverwüstungen wurde der Schlosskomplex Tikve¹ erneuert und beherbergt heute das Europäische Zentrum für Umweltschutz, in dem verschiedene Programme des freundschaftlichen Umgangs mit der Natur abgewickelt werden. Hier gibt es auch die bioökologische Station für Naturforschung und Naturschutz sowie eine Unterkunftseinheit mit insgesamt 26 Betten.
Im Restaurant innerhalb des Tikve¹-Komplexes können die Touristen Fischspezialitäten kosten: Fischpaprikasch, Karpfen auf Reisig gebacken sowie Wildgerichte, und als Dessert hausgemachter slawonischer Kuchen - Walnuss- oder Mohnrolle. In unmittelbarer Nähe befindet sich das Restaurant "Kormoran", das ebenfalls Fisch- und Wildspezialitäten anbietet. Die Wälder des Kopaèki rit und der ganzen Baranja werden vom Öffentlichen Unternehmen Hrvatske ¹ume bewirtschaftet. Es organisiert Jagden auf Hirsche und Wildschweine. Im Kopaèki rit leben fünf- bis siebentausend Hirsche, und hier wurde auch der Hirsch mit der größten Trophäe in Europa erlegt. Für Jägergruppen werden besondere Jagden organisiert.
Seit 1999 haben Slawonien und die Baranja einen zweiten Naturpark, den Papuk. Der Papuk ist ein slawonisches Gebirge mit zahlreichen Naturjuwelen, hundertjährigen Wäldern, Bergseen und Bächen.
Kulturerbe
Slawonien und Baranja haben ein besonders reiches architektonisches Erbe aufzuweisen, vor allem Schlösser und Festungen. Eine Sonderstellung nimmt das Schloss mit Weinkellerei in Kutjevo ein, das zum ehemaligen jesuitischen Besitz gehörte. Das Schloss in Donji Miholjac wurde Anfang des vergangenen Jahrhunderts im Jagdstil erbaut und ist das einzige Objekt dieser Art in Kroatien und in diesem Teil Europas. Aus dem Nachlass des Eugen von Savoyen stammt das Jagdschloss in Bilje das im Wiener Stil erbaut wurde. Die Grafen Pejaèeviæ haben ihre Schlösser neuen Generationen in Virovitica, Na¹ice und Osijek hinterlassen. In einem der schönsten Schlösser, dem in Na¹ice, komponierte die Diva der kroatischen Musik, Dora Pejaèeviæ, deren Gedenkraum für Besucher ständig geöffnet ist. Erwähnt sei auch das Barockschloss der Grafen Noraman-Prandau in Valpovo mit Park .
Das Schloss der ehemals mächtigen Familie Eltz in Vukovar wurde nach den schweren Kriegszerstörungen notdürftig erneuert. Es beherbergt den Museumsschatz dieses Gebietes, besonders die archäologischen Überreste der Vuèedol-Kultur, deren Symbol die bekannte Taube von Vuèedol ist. Man sollte auch das Schloss der Familie Odescalchi in Ilok und seinen Weinkeller besuchen. Daneben befinden sich die in Slawonien am besten erhaltenen Überreste aus der Türkenzeit - Türbe (Grabstein) und türkisches Bad.
Zum Denkmalserbe Slawoniens gehören auch zwei außerordentlich wertvolle Barockfestungen in Osijek und in Slavonski Brod. Die Festung in Osijek stellt eine erfolgreiche Verbindung von militärischer, bürgerlich-administrativer und sakraler Architektur dar. Auf ihrem Hauptplatz dominiert das Gebäude der General-Kaserne aus dem Jahr 1726 mit dem prachtvollsten barocken Steinportal in Kroatien und einem runden Pylon, der neben dem in Po¾ega das einzige derartige Votivdenkmal in Kroatien ist. Die Festung von Brod wurde zur Zeit des Habsburger Kaiserreichs erbaut und ist heute, erneuert, in ursprünglicher Form lebendig. Sie war die größte Festung ihrer Zeit mit dem größten Zentralgebäude, dessen Festungssystem Slawonien zweieinhalb Jahrhunderte ununterbrochenen Frieden sicherte. (HTZ)
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